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Fall 52

Eimer

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Nach dem Frühstück bemerkte ein Novize des Spinnen-Ordens sechs Mönche, die im Gänsemarsch den Tempel mit Eimern an Jochen und grimmiger Miene verließen. Ein junger Abt folgte dicht dahinter. Die Mönche trotteten einen überwucherten steinigen Pfad den Hügel hinab und verschwanden in einem Fichtendickicht.

Derselbe Novize beobachtete, wie die Mönche nach dem Mittagessen zum Tempel zurück kraxelten. Ihre Eimer waren nun randvoll von feuchter Erde und Steinen, doch trotz der schweren Last lachten die Brüder und gingen leichten Fußes.

So ging es am nächsten Tag und den Tag darauf, und den Tag danach, was die Neugier des Novizen anstachelte. Alle sechs Mönche trugen die roten Lendentücher des Ordens des lachenden Affens, und so ging der Novize zum Tempel des Ordens. Der Abt saß auf dem Boden des Gemeinschaftsraums beim Versuch, ein Ei zu balancieren.

“Was hat es mit den sechs Mönchen, und den Eimern voll Erde auf sich?” fragte der Novize.

“Das ist die Strafe,” sprach der Abt, “für ihr riskantes Mismanagement eines kritischen Software-Moduls.” Er griff in einen kleinen Sack voll Salz, häufte eine Messerspitze davon auf den Boden, stellte das Ei darauf, und blies behutsam das Salz weg. Das Ei kippte. Der Abt seufzte, nahm eine weitere Messerspitze Salz und begann von vorn.

“Welchen Fehler führten sie ein?” fragte der Novize.

“Mu,” sagte der Abt. “Sie führten keinen Fehler ein. Seit vielen Monden wurde keine einzige Zeile Code berührt.”

“Welchen Fehler haben sie übersehen?”

“Mu,” wiederholte der Abt, während sein Ei erneut kippte. “Das Modul funktioniert einwandfrei, und wird dies zweifellos noch viele Monde lang tun.”

Der Novize runzelte die Stirn. “Ich sehe nicht, wie etwas Fehlerfreies und Konstantes zu beanstanden, oder sein Management riskant sein könnte.”

“Du, Mönch!” rief eine Stimme hinter ihm. Der Novize drehte sich um, und sah in die zornige Miene von Java-Meister Banzen.

“Morgen gehst Du mit ihnen,” sagte Banzen.

- - -

“Die Bestrafung ist einfach,” sprach der junge Abt, als der Novize das Joch aufhob. “Ich erkläre es an der Höhle.”

Der Novize folgte den sechs Brüdern den steinigen Pfad hinab, mit dem jungen Abt als Nachhut. Sie gingen schweigend durch den tiefen Wald.

Schließlich kamen sie an eine helle, sonnige Lichtung. In der Mitte ragte eine riesige Felsspitze gen Himmel, so hoch wie fünf Mann, und so dick, dass zwanzig sie kaum umfassen konnten, wenn sie Fingerspitze an Fingerspitze darum standen.

“Ist er nicht gewaltig?” sagte der Abt. “Dieser Fels steht hier seit Anbeginn der Zeit.”

Als er sich näherte, sah der Novize, dass der um den Felsen abgetragen war, so dass ein großer leerer Graben in umgab. Am Rande des Grabens erspähte er den obersten Tritt einer Bambusleiter. Die Mönche verschwanden der Reihe nach die Leiter hinab, und kehrten einige Zeit später schweißgebadet mit vollen Eimern und einem breiten Lächeln zurück.

Schließlich war der Novize an der Reihe.

Der Graben war einige Meter tief. Als der Novize die Leiter in die Schatten hinabstieg, erkannte er, dass die Erde nicht nur um, sondern auch unter dem Felsen abgetragen war. Der gesamte massive Brocken balancierte kippelig auf ein paar Handbreit festgedrückter Erde.

“Krieche unter den Fels,” rief der Abt herunter, “bis zur Stelle unter der Mitte. Fülle Deine Eimer davon. An Deiner Stelle würde ich vorsichtig arbeiten und versuchen, nicht zu niesen.”

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